Es gibt Bastelanleitungen, die Landschaften im Bereich eines dicken Buches darstellen. Eines ist die Landschaft "Sea Breeze, DIY", die mich gleich inspiriert hatte. Nur leider eigenen sich solche Landschaften nicht als Diorama, da sich die zwei Seiten direkt gegenüber stehen. Also habe ich beschlossen, selbst ein Häuser-Ensemble nach kykladischem Stil zu entwerfen, welches dann ohne Probleme ein hübsches südliches Diorama darstellen kann.

Es begann mit einer einfachen Skizze, danach startete ich mit der Herstellung der Fenster und Türen aus Pappe (Müslikarton).


Jede Tür im Haus ist anders, aber allesamt typisch griechisch, die Gardinen hinter der Scheibe habe ich aus Spitzenbordüren gefertigt, der Andenken-Laden hat eine Fadengardine aus Perlen und die Haustüre einen schmiedeisernen Einsatz und steht leicht offen.

Das Haus habe ich aus dickerem Karton ausgeschnitten, wobei ich die natürlichen Falze verwendet hatte. Anschließend wurde der grobe Karton mit dem feineren Müslikarton verkleidet. Die Dachterrasse oben links bekam einen Fußboden aus griechischem Mosaik und der Andenken-Laden im Erdgeschoß ein Hintergrundbild eines echten Andenken-Ladens.

Schließlich werden die Balkone und Terrassen mit unterschiedlichen Geländern versehen. Hierfür dienten recycelte Raketenhölzer, Schaschlikstäbe und Müslikarton. Der Balkon hat ein Dach aus Pizzakarton.

Der Andenken-Laden bekommt einen Namen (was übersetzt "Schöne Aussicht" heißt) und natürlich ein paar Reklame-Schilder. Darunter ein kleines Regal mit Keramik und Meeresschnecken. Das Haus selbst hat nun einen Hausnummer und auch ein typisches Straßenschild kam an die Hauswand.

Für die Dachterrasse hatte ich noch einen Sonnenschirm, zwei griechische Stühle und den typischen Metalltisch gebastelt. Für das Foto habe ich diese Teile jedoch vor dem Haus fotografiert. Die Stühle bestehen aus, Schaschlickhölzchen, Zahnstochern und Pizzakarton, der Tisch aus Müslikarton und Blumendraht.

Zwei Blumentöpfe, eine Blumenschale und einen Blumenkasten habe ich noch zum Diorama gebastelt, die Blüten bestehen aus Perlglanz-Stickgarn, die der Echinacea sind aus bemaltem Papier, die Blumenschale ist ein bemalter Flaschenverschluss.

An der Hauswand sollte sich noch eine Bougainvillea hochranken, dafür habe ich am längsten getüftelt. Der Stamm kommt von einer Weintraube, das Blattwerk habe ich aus isländischem Moos gefertigt. Die Blüten wollte ich aus Krepppapier einzeln von Hand ausschneiden. Ein Stückchen Papier war mir abgerissen, ich hatte es zusammengeknüllt und wollte es wegwerfen. Beim näheren Hinsehen kam mir die Idee: Das Krepppapier in kleine Stückchen reißen und zusammenknüllen, dann diese Teil aufkleben, so entsteht ein schöner Look, der der echten Pflanze sehr nahe kommt.


Das fertige Haus.

Und hier habe ich die Stühle und den Tisch samt Sonnenschirm von der Dachterrasse auf die Gasse geholt.

Und hier der Eindruck mit Personen und Tieren.

Da der Stamm der ehemaligen Weintraube immer mehr zusammen trocknete, habe ich noch eine zweiten Weintraubenstamm hinzu gefügt. Jetzt passt es auch noch besser im Verhältnis zu der vielen Blütenpracht.

Dieses kleine Kafenion "To Kentrikon" (griech: To Kεντρικόν = Das Zentrum) existiert in Kamilari seit 1922, also schon seit über 100 Jahren. Ein Kafenion serviert normalerweise verschiedene Kaffeesorten, wie griechischen Kaffee und Frappé, Erfrischungen sowie Raki, Ouzo und Wein. Die meisten Kafenia bieten Mezé (kleine Vorspeisen) an. Kafenia waren traditionell familiengeführte Betriebe und einfach eingerichtet. Sie sind normalerweise die sozialen Zentren der Dörfer, in denen sie sich befinden. Man trifft sich nach der Arbeit oder spielt Karten, diskutiert über die Ernte, das Dorfleben und die Politik.. War das Kafenio in früheren Jahrhunderten ein Ort, an dem Frauen nicht willkommen waren, so ist das heute komplett anders. Und da immer mehr Touristen kommen, ist das in Kamilari heute mehr eine Taverne, wo man komplette Malzeiten bekommen kann.

Früher war das Kafenion gelb gestrichen, was mir persönlich besser gefällt. Die Schwiegermutter des heutige Wirts hatte eine Holzbox in ein Mini-Kentrikon verwandelt und darin die Speisekarten aufzubewahren. Als ich diese Miniatur sah, wollte ich auch unbedingt ein Miniatur-Kentrikon für meine Figuren in 1:32 haben.

Während bei meinem Vorbild alles aus Papier aufgeklebt worden war, wollte ich mein Gebäude noch räumlicher gestalten. Also habe ich Schablonen aus verschieden dicken Pappkarton (Müslikarton, Paketkarton) ausgeschnitten, bemalt bzw. beklebt und übereinander angeordnet. So wurde die Tür räumlich und die Fensternischen bekamen Tiefe. Die Fenstergitter entstanden aus echtem Draht, die Laternen aus durchsichtigem Plastik und Perlkappen, die Türklinke aus eine silbernen Stabperle und silberfarbenem Karton.

Um das Bild komplett zu machen, habe ich aus Schaschlikspießen und dünnem Pappkarton noch zwei griechische Stühle und einen Tisch gebastelt.

